Klangschalen

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„Die Musik beginnt da, wo die Macht der Worte endet.“ Richard Wagner

Die Wirkung von Klanginstrumente wie Didgeridoo, Windhorn, Trommeln, Klangschalen, Gong, und Monochord.

Nahezu gleichzeitig mit der Entwicklung der menschlichen Kultur sind diese Instrumente erschienen. Somit kann die Entwicklung von Musik praktisch nicht von der Menschlichen Entwicklung getrennt werden. Dass die Musik schon in der Frühzeit der menschlichen Geschichte eine Rolle spielte, kann mit einer Vielzahl von Funden belegt werden. Eines der ältesten Instrumente fand man in einer Höhle der Schwäbischen Alb, eine Knochenflöte, sie wurde auf das Alter von 35.000 Jahren datiert. Somit können wir auch von archaischen Instrumenten sprechen.

So können wir mit archaischen Instrumenten keine exakt definierten Töne erzeugen. Es handelt sich vielmehr um Klänge.

In der Klangarbeit verwenden wir hauptsächlich Klangschalen, Zimbeln und Gongs, die ja ebenfalls zu den archaischen Instrumenten zählen. Sie haben die faszinierende Eigenschaft, neben dem Grundton auch die jeweiligen Obertöne zu produzieren – physikalisch gesehen – Interferenzen hinzu. Beim erklingen, hören wir ebenfalls ein breites Spektrum an Schwebungen und Tönen.

Tradition von Klanginstrumenten

Klingende Gegenstände haben eine lange Tradition, in China wurden klingende Bronzeplatten schon im zweiten Jahrtausend vor Christus verwendet. Metallene Schalen folgten wenig später. Sie dienten zunächst als Opferschalen, wurden aber auch ganz profan als Essgeschirr benützt. Die Trennung zwischen Alltagsgegenstand und zeremoniellem Einsatz wurde nicht besonders scharf gezogen. Man geht heute davon aus, dass sich die Schalen entlang der großen Karawanen Straßen im Großraum Himalaya – Tibet, Nepal, Nordindien – verbreitet haben und auch so bis Japan und Südostasien gelangt sind.

Auch die europäische Glocke ist eine nahe Verwandte der Klangschale. Ihr Ursprung liegt im vorderen Orient, die Technik des Glockengießens ist dort sein etwa neunhundert vor Christus bekannt. Sie kam ab dem sechsten Jahrhundert nach Christus nach Europa. So sollte ihr Klang Unheil abwehren, auf die Gottheit einwirken oder die Gläubigen zum Gebet ermahnen.

Die Klangschalen die wir heute einsetzen, sind hergestellt aus Metalllegierungen, zwischen fünf und zwölf Metallen. Es sind unter anderem Messing, Bronze, Kupfer, Zinn, Zink, Wismut, Eisen, Blei, Quecksilber, Silber und Gold. Sie sind entweder gehämmert und getrieben oder gegossen. Es gibt auch Klangschalen aus Quarzkristall oder Klangschalen aus Ton.

Wie schon durch die Zusammensetzung der Metalle eine gewisse Zuordnung zu bestimmten Planeten gegeben ist, können die Frequenzen der Klangschalen heute Computergestützt ausgemessen werden. Nach Cousto ergeben sich Zuordnungen zu bestimmten Planetentönen. Cousto ist Mathematiker und hat die Frequenzen der Planeten errechnet. Durch mehrmaliges Oktavieren sind diese Frequenzen in den menschlich hörbaren Bereich gebracht worden.

Dieser Ansatz ist in unserer Klangarbeit jedoch nicht so bedeutend, hier kommt es auf die individuelle Resonanz eines Menschen mit der Klangschale an. Eine Resonanz, die sich bisweilen auch nur auf eine bestimmte Körperpartie beschränken kann.

Die Klangschalen zeichnen sich dadurch aus, dass sie alle einen Grundton haben und dann je nach Spielweise bis zu fünf verschiedene Obertöne hervorbringen können. Die Spielweise hängt von der Beschaffenheit und dem Gewicht des Schlegels, seinem Material und seiner Oberfläche ab sowie von der Art und Weise, wie ich die Klangschale damit bespiele. Je nachdem ob ich kräftig oder sanft anschlage, langsam oder schnell, ob ich einen kurzen Impuls gebe oder die Schale durch Reibung in Schwingung versetze, ob ich sie am Rand oder in Bodennähe berühre, verändert sich der Klang.

Der Klang einer einzelnen Schale ist fein und sanft, insbesondere das langsame Ausklingen hat etwas ganz Geheimnisvolles. Klangschalen im Ensemble gespielt, erzeugen ein Klangspektrum das sehr reich klingt. Das Zusammenspielt mehrer Klangschalen ist deshalb so reizvoll, weil man die Vielfalt der Klänge, das Spektrum von Indifferenzen und Wechselwirkungen nicht genau vorhersagen kann.

Man kann sich hervorragend auf die Klänge einlassen. Dadurch dass sie relativ sparsam und bisweilen sehr, sehr leise sind, entstehen Konzentration und Ruhe. Schließlich entdeckt man in dem Grundklang eine Vielzahl von Obertönen. Das aufmerksame Lauschen, Mitgehen und Mitfühlen führt den Spieler wie den Zuhörer, das heißt den Klangpraktiker wie den Klienten, in einen Zustand besonderer Empfindsamkeit. Es sind weniger Melodien als vielmehr Klänge, die zur Versenkung und zum Lauschen anregen.

Legen wir also eine Klangschale einem Klienten auf den Körper, müssen wir folgendes bedenken: Wenn wir die Klangschale mit Wasser füllen und sie dann spielen, so sehen wir auf der Oberfläche Schwingungsmuster mit Wellen und Knoten in wunderbaren geometrischen Formen. Sie haben eine innere energetische Struktur und werden als Mandala sichtbar, die nach dem deutschen Physiker auch chladnische Klangfiguren genannt werden. Die Intensität der Schwingung kann auch bei sanfter Spielweise so stark sein, dass das Wasser an den Wellenmaxima in sprühenden Fontänen kleiner Tröpfchen aus der Schale spritzt! Die Schwingungen sind nicht nur an der Oberfläche, nein, sie pflanzen sich in gleicher Weise in die Tiefe fort, das heißt, Klang als strukturiertes dreidimensionales Schwingungsereignis im Raum.

Da der menschliche Körper zu siebzig Prozent aus Wasser besteht und Wasser der beste Leiter von Schallwellen ist, wird offensichtlich, wie leicht diese Schwingungen und ihre Formen in den Körper eines Menschen, der direkten Körperkontakt mit einer Klangschale hat, eindringen.

Die Schwingungen der Klangschale breiten sich doch sehr tief im Körper aus. Dadurch können tiefere körperliche und seelische Schichten angesprochen werden. Die Klangschale versetzt das wasserhaltige Gewebe, die Weichteile und die Muskulatur in Schwingungen. Wir setzen die Schale auf und der Mensch wird selbst zum Klangkörper.

Aufgrund der ganz individuellen Resonanzen ist es möglich, dass die gleiche Schale bei verschiedenen Menschen unterschiedlich klingt. Ja, es können letztlich sogar Resonanzphänomene mit unserem feinstofflichen Körper, unserem Energiefeld oder der Aura auftreten.

Ganz allgemein lässt sich beobachten, dass Frauen weniger Schwierigkeiten damit haben als Männer, sich in einen Klang hineinfallen zu lassen und sich für tiefere Erfahrungen zu öffnen.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch – Klangtherapie – Wege zu innerer Harmonie: Klangschalen, Gongs, Gesang, Monochord, Didgeridoo und andere Instrumente… von Otto-Heinrich Silber und Jürgen Hoeren – ich kann dieses Buch jedem wärmstens empfehlen, der tiefer in das Thema Klangtherapie einsteigen möchte.

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