Rauhnächte 05.01.

Herzlich willkommen zu meinem letzten Rauhnachtsbericht.

Rauhnachtsexperimente – Lest dazu gerne meine ausführliche Einleitung Rauhnacht 21.12.

14. Rauhnacht 04.01. die letzte Rauhnacht ist angebrochen. Vielerorts wird sie als Wundernacht bezeichnet.  So frage ich mich, was genau ist denn ein Wunder? 

Als Wunder (griechisch θαῦμα thauma) gilt umgangssprachlich ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst. Es bezeichnet demnach allgemein etwas Erstaunliches und Außergewöhnliches (griech. thaumasion).

Im engeren Sinn versteht man darunter ein Ereignis in Raum und Zeit, das menschlicher Vernunft und Erfahrung sowie den Gesetzlichkeiten von Natur und Geschichte scheinbar oder wirklich widerspricht. Die heutige Vorstellung von einem Wunder als „übernatürlich“ entstand erst in der Neuzeit; sie setzt Wissen um die Existenz von Naturgesetzen voraus. Für die Menschen in Antike und Mittelalter hingegen, für die bereits Phänomene wie Blitz und Donner unerklärlich waren und die einer scheinbar ungeordneten, regellosen Umwelt gegenüberstanden, war die Grenze zwischen „Möglichem“ und „Unmöglichem“ weitaus durchlässiger.                                                Quelle: Wikipedia

Genau da haben wir es wieder, in früheren Zeiten galt wo vieles, selbst Blitz und Donner, als ein Wunder, als etwas Unerklärliches, was es heute definitiv nicht ist. Ja; wir entwurzelten Neuzeitmenschen sehnen uns nach Mystik, nach Wundern, aber bitte nicht so platt, oder stehe ich etwa alleine da, mit meinem Anspruch, nicht verarscht zu werden? Rituale sind wunderbar, ich liebe sie, aber nach meiner Erfahrung nur kraftvoll wenn sie sich an die Zeit anpassen, sich wandeln dürfen, sonst werden sie zu einem festgefahrenem System, zu spirituellem Plastik. 

Hier sitze ich nun mit meiner Weisheit und frage mich, wie diese Rauhnacht begangen werden möchte. „Sende der Welt dein Licht“ Auch schön, also ist das mein heutiges Motto.

Die vorerst letzte Räucherkohle sendet ihre Funken aus. Ich wähle exquisiten Weihrauch 1a und heimisches Fichtenharz, das im übrigen in früheren Zeiten als bayerischer Weihrauch gehandelt wurde. Ich denke über Wunder nach und über das Licht. So finde ich es sehr passend, dass die Rauhnächte enden, wie ich sie begonnen habe, nämlich mit der Wintersonnenwende, der Ankunft des Lichtes. Dies wird mir bewusst während ich auf weitere Impulse lausche. Ich halte es schlicht, meine Rauhnachtskerze, meine Räucherschale, die Harze und meine Adlerfedern. Dazu mein Atem, meine Achtsamkeit und mein inneres Licht. Es kommt wie eine langersehnte Befreiung vor mein Licht, jetzt heller als je zuvor, strahlen zu lassen. Bin ich doch, wie so viele, darauf trainiert, nicht aufzufallen, sich klein zu halten, damit niemand neidisch wird, nicht aus der Masse zu stechen um ja nicht in den Verdacht zu kommen, dass frau sich womöglich für etwas Besseres hält. Neid, eine der Deutschen liebste Tugend. Das ist in anderen Kulturen keineswegs so, aber dies ist eine andere Geschichte.

Der Weihrauch aus dem Morgenland zusammen mit dem selbst gesammelten bayerischen Fichtenharz aus dem Allgäu, verbreitet seinen wohltuenden Duft. Das Bild von vielen leuchtenden Lichtern, die sich jetzt verbinden, formt sich vor meinem inneren Augen.  Überall um mich herum, scheinen die Menschen ihr Licht unter dem Scheffel hervorzuholen und mir gemeinsam zu leuchten. Ein schönes Bild der Kooperation, des Erwachens und des Teilens, in dieser Rauhnacht. Jai Ma und Danke für eure Zeit, mich bei meinen persönlichen Rauhnachtsexperimenten zu begleiten.

Aus Freude für dich – Ingeborg Helene – Namasté

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