Rauhnächte 21.12

Hallo Ihr Lieben,

Wie einige von Euch schon wissen, sind mir die üblichen Erklärungen, was wir in welcher Rauhnacht zu tun oder zu lassen haben, eher zu  oberflächlich und ich wage sogar zu behaupten, weitestgehend erfunden und fleißig voneinander abgeschrieben. Wenn alle das Gleiche sagen, muss das nicht unbedingt ein Indiz für alte überlieferte Wahrheit sein. Manches davon kann als Leitfaden verstanden werden und ich weiß, dass viele Menschen gerne genau gesagt bekommen, was sie tun müssen, damit sie dieses oder jenes Ergebnis erwarten können. Das würde vielleicht auch funktionieren, wenn wir alle gleich wären und nicht jeder seine persönliche Geschichte mit sich herum zutragen hätte. Suche dir doch einfach deine eigenen Themen für die Rauhnächte aus, denn diese bringen dich sehr viel schneller zu dir Selbst und der Erlösung deiner Themen.

Rauhnächte sind gelebtes Brauchtum, das von der älteren Generation an die nachfolgende Generation weitergeben worden war. Die Eltern haben es vorgelebt und die Kinder, als sie die Aufgaben im Hof übernahmen, taten es ihnen gleich. Da musste man auch nicht darüber diskutieren, denn die Auswirkungen konnte jeder spüren, der zugegen war, doch Bräuche dürfen sich auch wandeln und den Gegebenheiten anpassen, nur so bleiben sie lebendig.

Viele der angeblichen Überlieferungen der Rauhnächte sind in meinen Augen eher dem Aberglauben zuzuordnen. Du sollst keine Wäsche während der Rauhnächte waschen und auch keine auf die Leine hängen, weil sich sonst die wilde Jagd in deinen Kleidern verfängt und das ist gefährlich für dich. Aha! In früheren Zeiten war das Wäsche waschen eine mühselige Arbeit, mit Waschbrett und oft mit kaltem Wasser, daher ist dieser Rat wohl eher pragmatisch zu verstehen. Das Wäsche auf die Leine hängen macht eben-sowenig Sinn, da tropfnasse Wäsche die nicht im Schleudergang war, wohl eher zu Skulpturen erstarrten, als zu trocken.

Was für mich durchaus Sinn macht, ist die Erklärung das die ersten 6 Rauhnächte, die ja noch im alten Jahr stattfinden, dazu da sind, Unerledigtes abzuschließen und die zweiten 6 Nächte im kommenden Jahr genutzt werden können, um das Neue Jahr vorzubereiten.

Doch eigentlich ist es noch ein bisschen anders, wenn wir vom alten Kalender des lunaren Jahres ausgehen. Ein Mondzyklus dauert  bekanntermaßen 29,5 Tage. Im Mondkalender wurden die Monate im Wechsel von 29 und 30 Tagen benannt. Ein Mondjahr dauert somit 354 Tage, na ja, für diejenigen, die es genau nehmen wollen, sogar noch ein paar Zerquetschte hinter dem Komma. Es bleiben 11 Tage und 12 Nächte übrig. Somit könnte man auch davon ausgehen, dass das Mondjahr am 24. Dezember zu Ende ist und erst wieder am 6. Januar beginnt. Die Zeit zwischen den Jahren sind dann die Rauhnächte.

So habe ich in diesem Jahr beschlossen, meine persönlichen Rauhnachtsexperimente durch zu führen und jede Rauhnacht nur nach meinen Impulsen zu gestalten. Davon möchte ich Euch hier berichten.

1. Rauhnacht, die Wintersonnenwende am 21. Dezember. Diese Nacht gehört strenggenommen nicht zu den Rauhnächten, macht aber für mich fast mehr Sinn wie der Heiligabend. 

Da ich bis um 21.00 Uhr Abends auf dem Christkindlmarkt an meinem Räucherstand bin, wird es heute spät werden. Erst um 23.00 Uhr kann ich mit meinem Ritual beginnen. Heute ist das Thema glasklar und fern von Hirngespinsten, es ist Wintersonnenwende. Die längste Nacht des Jahres läutet zugleich die Sonnwende ein. Auch wenn es noch nicht sichtbar ist, werden die Tage von heute an wieder länger, jeden Tag ein wenig mehr. Heute feiere ich die Ankunft des Lichtes.

Die Räuchermischung die ich dafür unlängst kreiert habe, heißt passenderweise Julfest. Jule das ist im skandinavischen die Ankunft des Licht zur Wintersonnenwende und zu Lichtmess (Imbolc). Jul oder jöl bedeutet auf skandinavisch Weihnacht.

Viele Kerzen werde ich heute anzünden und meine Rauchutensilien liegen bereits bereit. Zunächst beginne ich die Räuchertablette zu entzünden. Während ich warte bis diese durchglüht und von einer grauen Ascheschicht bedeckt, die ideale Temperatur hat, setze ich meine Intention (Absicht) für das heutige Lichtritual.

Ich räuchere meinen gesamten Körper/Eneergiefeld und spüre wie sich mein Atem vertieft. Ich komme im Augenblick, bei mir an. Der Impuls ist, die Arme gen Himmel zu strecken und das kosmische Licht zu rufen. Ich spüre sanfte Energiewellen und ein starkes Strömen durch meinen gesamten Körper. Meine Müdigkeit ist jetzt wie weggeblasen und in meinem Geist sehe ich Bilder. Situationen, Lebensmuster die ich heute loslassen kann und Bilder meiner Wünsche und Sehnsüchte die zu mir kommen möchten, sobald ich bereit dazu bin.  Dem Impuls zu singen, gebe ich nach und singe vor Freude. Ich atme und genieße mich, während meine Stimme mich höher trägt, fast als würde meine Seele singen. Bald darauf sinke ich erfüllt und glücklich in mein Bett.

Aus Freude für Dich – Ingeborg Helene – Namasté

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.